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  -Der Orgelbauer G.W. Baer
 

                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                                  

„Dieses Orgelwerk ist am 26. Juli 1863 vollendet von Orgelbaumeister Wilhelm Baer aus Niemegk“

Diese Inschrift in der Bochower Orgel war der Anstoß im Jahre 2009 mehr über jenen Orgelbauer und sein Werk in Bochow heraus zu finden

Anhand dieser Information liefen die Nachforschungen weiter. So können wir heute zumindest mit Genauigkeit nachvollziehen wann und wo Wilhelm Baer Orgeln erbaut hat. Zudem wissen wir nun, dass er der Orgelbauschule Carl Friedrich Lochmanns aus Delitzsch (1779-1838) entstammt. So zeigen Baers Orgelwerke trotz der Epoche der Romantik noch die typischen Merkmale des Spätbarocks. Dadurch konnten sich Wilhelm Baer-Orgeln auch in unserer heutigen Zeit durch ihre Vielseitigkeit behaupten.

Der Orgelbaumeister Gottfried Wilhelm Baer schuf im Jahre 1841 sein erstes Werk. Dies sollte der Grundstein für ein florierendes Unternehmen sein. Schon ab dem Jahre 1845 ist uns fast jedem Folgejahr bis 1872 eine Orgel aus der Niemegker Werkstatt bekannt. Rein die Tatsache, dass bis heute von 26 Baer-Orgeln noch 23 in ihrer Grundsubstanz original erhalten sind, zeugt von der hohen klanglichen und handwerklichen Qualität der von Wilhelm Baer gebauten Orgeln.

Durch unsere Baer-Orgel-Tour in den Winterferien 2012 konnten wir dank Pfarrer Daniel Geißler aus Niemegk aus den Kirchenbüchern entnehmen, dass Gottfried Wilhelm Baer am 8. Februar 1873, gegen 4 Uhr morgens im Alter von 62 Jahren verstarb. Das Kirchenbuch nennt als Grund des Todes Herz und Lungenschwäche.

Für uns –denen Wilhelm Baer inzwischen ein stückweit ans Herz gewachsen ist- war es ein gutes Gefühl, aus einer kleinen Randnotiz zu erfahren, dass Baers Trauerfeier in der Niemegker St. Johanneskirche zum Klang seiner eigenen, größten Orgel mit der Aufführung einer Arie in die Hände Gottes übergeben wurde.

Weiteres bleibt noch Spekulation, aber jener kleine Hinweis zeigt uns vielleicht auf, dass Baer ein geachtetes und gerngesehenes Mitglied der Gemeinde war. Er hinterließ keine Kinder, und seine Frau starb nach unseren Erkenntnissen auch vor ihm, aber er hinterließ uns 26 Orgeln und seinen Stiefsohn Wilhelm Lobbes, der nach Baers Regeln und Gesetzen weiterhin Orgeln schuf.

Es war uns ein Bedürfnis einen Strauß auf Baers Grab nieder zu legen, leider wurde der Niemegker Friedhof um 1880 versetzt und Gräber verschwanden.

Jedoch in 25 Kirchen „singen“ und zeugen immer noch Denkmäler vom Orgelbaumeister Gottfried Wilhelm Baer, der sich dem musikalischen Lobe Gottes auf Lebenszeit verschrieben hatte.


 

 

Max Wedjelek 
und Alexander Dahms


 
   
 
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